„Cities for Life – Städte für das Leben/Städte gegen die Todesstrafe“ 2025

Wir haben uns am 30. November wieder gemeinsam mit der Stadt Solingen am Aktionstag „Cities for Life – Städte für das Leben“ beteiligt.
Dazu erschien im Lokalteil der Rheinischen Post und im Solinger Tageblatt der unten beigefügte Artikel: 

Aktionstag

Darum leuchtet das Theater und Konzerthaus grün


Das Theater und Konzerthaus leuchtet grün.
Quelle: Stadt Solingen

Verena Mandry
30.11.2025, 15:00 Uhr

Solingen. Am Sonntag, 30. November, leuchtet das Theater und Konzerthaus in den Abendstunden grün. Solingen beteiligt sich damit am Aktionstag „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“. Das teilt die Stadt mit.

An diesem Tag lenken jedes Jahr weltweit mehr als 1500 Städte und Gemeinden in über 70 Ländern (allein 300 Kommunen in Deutschland) die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Menschenrechte und den Wert des Lebens. Sie beteiligen sich am Aktionstag „Cities for Life – Cities against the Death Penalty“, der von der internationalen, katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio in Zusammenarbeit mit Amnesty International und anderen Organisationen ausgerichtet wird.

Seit 2002 soll der Aktionstag die Zivilgesellschaft für das Thema „Todesstrafe“ sensibilisieren. Solingen ist auf Initiative von Amnesty International 2017 mit einstimmigem Ratsbeschluss dem Bündnis „Städte für das Leben – Städte gegen die Todesstrafe“ beigetreten, heißt es.

So nutzen die Ortsgruppe von Amnesty International und die Stadt Solingen zum achten Mal den Aktionstag, um ein Zeichen zu setzen: Die Glasfront im Theater und Konzerthaus wird zum Aktionstag von 18.30 bis etwa 23 Uhr von innen grün illuminiert. Sie vermittelt – wie viele grün beleuchtete Gebäude weltweit – Hoffnung, dass gerade in diesen von Kriegen und Krisen geprägten Zeiten der Wert des Lebens und die Menschenrechte alle erdenkliche Unterstützung brauchen.

Auf dem Rasen des Theaters wird ein Transparent von Amnesty International „Die Todesstrafe stoppen!“ aufgestellt.


Diese weltweit größte Mobilisierung von Städten ist gerade in Krisenzeiten notwendig, da Menschenrechtsverletzungen rasant zunehmen, wenn andere Prioritäten, wie Sicherheit oder Eigeninteresse, gesetzt werden oder einfach über sie nicht mehr berichtet wird: Denn Jahr für Jahr werden weltweit Tausende Menschen von staatlicher Seite aus hingerichtet. Besonders oft betrifft die Todesstrafe finanziell benachteiligte Menschen oder Menschen aus marginalisierten Gruppen.

Die meisten Menschen werden dabei nicht wegen Gewaltverbrechen, sondern aus politischen Gründen hingerichtet. Regierungen entledigen sich so Kritikerinnen und Kritikern (zum Beispiel im Iran), schreibt die Stadt. Todesurteile ergehen darüber hinaus wegen Drogendelikten (Indonesien, Malaysia) oder wegen Diebstahls, Korruption oder Steuervergehen (China). In Ländern wie Nigeria, Saudi-Arabien und Uganda droht außerdem homosexuellen Menschen die Todesstrafe.

Amnesty International wendet sich in allen Fällen vorbehaltlos gegen die Todesstrafe – ohne Ausnahme und unabhängig von der Art oder den Umständen des Verbrechens, der Schuld oder möglichen Unschuld, unabhängig von der Frage, was der Täter oder die Täterin für ein Mensch ist oder welche Hinrichtungsmethode ein Staat anwendet.

ST

Auch im letzten Jahr wurden wieder zahlreiche Todesurteile vollstreckt, aber es gab auch Erfolge auf dem Weg zur Abschaffung der Todesstrafe:
https://www.amnesty.de/todesstrafe-hinrichtungen-fakten-faelle-hintergruende

Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Laienbewegung in ca. 70 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Im September 2024 wurde in Paris ein großes internationales Friedenstreffen der Weltreligionen zum Thema „Imagine Peace“ organisiert, an dem auch der französische Präsident Macron teilgenommen hat (meetingforpeace.santegidio.org). Seit 1998 engagiert sie sich gegen die Todesstrafe und setzt sich mit der World Coalition against the Death Penalty für ihre universale Abschaffung ein. Sie hat mit anderen Organisationen 2002 die Aktion „Cities for life – Städte für das Leben/Städte gegen die Todesstrafe“ ins Leben gerufen. Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Mitglieder von Sant’Egidio pflegen weltweit Hunderte von Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und sind weltweit im Einsatz für eine Humanisierung der Haftbedingungen in Gefängnissen insbesondere in Afrika engagiert.

Weitere Informationen von Sant’Egidio finden sich im Internet unter
https://www.santegidio.org/ bzw. http://nodeathpenalty.santegidio.org/en .